Wasserschaden in der Wohnung – Was tun? Soforthilfe-Checkliste & Kosten 2026

Bei einem Wasserschaden sofort: 1. Hauptwasserhahn zudrehen, 2. Strom abschalten (Sicherung raus), 3. Wasser aufwischen und Möbel hochstellen, 4. Schäden fotografieren, 5. Versicherung informieren. Eine professionelle Wasserschadensanierung kostet je nach Ausmaß zwischen 500 und 15.000 Euro – die Gebäude- oder Hausratversicherung übernimmt in der Regel die Kosten.

Ein Wasserschaden gehört zu den häufigsten und teuersten Schadensfällen in deutschen Haushalten. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden pro Jahr rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden gemeldet – das sind über 3.000 pro Tag. Schnelles Handeln begrenzt den Schaden erheblich und spart oft Tausende Euro. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Sie sofort tun müssen, welche Kosten entstehen und wer dafür aufkommt.

Sofort-Checkliste: Die ersten 30 Minuten

Schritt 1: Wasser abstellen

Drehen Sie sofort den Hauptwasserhahn zu. In Mietwohnungen finden Sie ihn meist im Keller oder unter der Spüle. Bei einem Rohrbruch in der Wand: Sofort den Hauswart oder die Hausverwaltung anrufen. Je schneller das Wasser gestoppt wird, desto geringer der Schaden.

Schritt 2: Strom sichern

Wenn Wasser in die Nähe von Steckdosen oder elektrischen Geräten gelangt ist, schalten Sie die betroffenen Sicherungen im Sicherungskasten ab. Betreten Sie keine überfluteten Räume, solange der Strom nicht abgeschaltet ist – Lebensgefahr durch Stromschlag!

Schritt 3: Wasser entfernen und Möbel schützen

Stehendes Wasser sofort aufwischen, absaugen oder mit Eimern entfernen. Möbel auf trockene Stellen oder erhöht stellen (z.B. auf Ziegelsteine). Teppiche hochnehmen und zum Trocknen aufhängen. Elektronische Geräte sofort aus dem Wasser entfernen.

Schritt 4: Schäden dokumentieren

Fotografieren Sie alles – den Wasseraustritt, beschädigte Möbel, Wände und Böden. Machen Sie Videos vom Ausmaß. Diese Dokumentation ist entscheidend für die Versicherung. Werfen Sie beschädigte Gegenstände nicht weg, bevor die Versicherung den Schaden begutachtet hat.

Schritt 5: Versicherung und Vermieter informieren

Melden Sie den Schaden sofort bei Ihrer Versicherung (Gebäudeversicherung für Eigentümer, Hausratversicherung für Möbel und Gegenstände). Mieter informieren zusätzlich den Vermieter. Die meisten Versicherungen haben eine 24-Stunden-Hotline für Schadensmeldungen.

Wichtig bei Mietwohnungen: Der Vermieter ist für die Beseitigung des Wasserschadens am Gebäude verantwortlich (Wände, Böden, Leitungen). Für Ihre persönlichen Gegenstände (Möbel, Elektronik, Kleidung) benötigen Sie eine eigene Hausratversicherung.

Häufige Ursachen für Wasserschäden

UrsacheHäufigkeitTypische Kosten
Rohrbruch / defekte LeitungSehr häufig1.000–8.000 €
Defekte Waschmaschine / GeschirrspülerHäufig500–3.000 €
Undichte Fugen (Bad/Dusche)Häufig300–2.000 €
Verstopfter Abfluss mit RückstauMittel200–1.500 €
Defekte Heizung / FußbodenheizungMittel1.500–10.000 €
Undichtes Dach / RegenwasserSaisonal2.000–15.000 €
Hochwasser / StarkregenSelten5.000–50.000+ €

Wasserschaden Kosten: Was kostet die Sanierung?

Die Kosten einer Wasserschadensanierung hängen stark vom Ausmaß ab. Hier die typischen Preisspannen:

MaßnahmeKosten (ca.)
Leckortung (professionell)150–400 €
Rohrbruch reparieren200–800 €
Trocknungsgeräte (pro Gerät/Tag)5–15 €
Professionelle Trocknung (komplett)500–3.000 €
Schimmelbeseitigung500–5.000 €
Wand- und Bodenreparatur1.000–8.000 €
Malerarbeiten nach Sanierung500–2.000 €
Komplettsanierung (schwerer Schaden)5.000–15.000+ €

Tipp: Die professionelle Trocknung dauert je nach Ausmaß 2 bis 6 Wochen. In dieser Zeit laufen Trocknungsgeräte rund um die Uhr. Die Stromkosten (ca. 50–150 € pro Woche) werden von den meisten Versicherungen ebenfalls übernommen.

Wer zahlt den Wasserschaden?

Als Eigentümer

Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Schäden am Gebäude selbst – also Wände, Böden, Leitungen und fest verbaute Teile. Die Hausratversicherung deckt bewegliche Gegenstände wie Möbel, Elektronik und Kleidung ab. Prüfen Sie, ob Ihre Police auch Leitungswasserschäden umfasst – das ist bei den meisten Tarifen Standard.

Als Mieter

Für Schäden am Gebäude ist der Vermieter zuständig (bzw. dessen Gebäudeversicherung). Für Ihre eigenen Sachen benötigen Sie eine Hausratversicherung. Wichtig: Den Schaden sofort dem Vermieter melden – als Mieter haben Sie eine Schadenminderungspflicht.

Wenn der Nachbar schuld ist

Kommt das Wasser aus der Nachbarwohnung, haftet dessen Privathaftpflichtversicherung für Schäden an Ihren Sachen. Dokumentieren Sie den Schadenshergang genau und tauschen Sie Versicherungsdaten aus.

Wann brauche ich einen Profi?

Kleine Wasserschäden (umgekipptes Glas, kurz übergelaufene Badewanne) können Sie selbst trocknen. Einen Fachbetrieb sollten Sie beauftragen, wenn:

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Häufige Fragen zu Wasserschäden

Wie schnell muss ich einen Wasserschaden der Versicherung melden?

Sofort – idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Die meisten Versicherungen haben eine Schadenhotline, die rund um die Uhr erreichbar ist. Je schneller die Meldung, desto reibungsloser die Regulierung. Dokumentieren Sie den Schaden vorher mit Fotos und Videos.

Zahlt die Versicherung auch die Hotelkosten, wenn die Wohnung unbewohnbar ist?

Ja, viele Wohngebäude- und Hausratversicherungen übernehmen die Kosten für eine Ersatzunterkunft, wenn die Wohnung wegen des Wasserschadens vorübergehend unbewohnbar ist. Prüfen Sie Ihre Police auf den Baustein „Hotelkosten" oder „Mietausfall". Üblich sind 100 bis 200 Tage Kostenübernahme.

Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserschaden?

Die professionelle Trocknung dauert in der Regel 2 bis 6 Wochen, je nach Ausmaß und betroffenen Materialien. Estrich und Dämmung brauchen am längsten. Während der Trocknung laufen Bautrockner und Luftentfeuchter rund um die Uhr. Erst nach vollständiger Trocknung sollte mit der Sanierung (Streichen, Tapezieren, Boden verlegen) begonnen werden.

Wann entsteht nach einem Wasserschaden Schimmel?

Schimmel kann sich bereits nach 24 bis 48 Stunden bilden, wenn feuchte Stellen nicht getrocknet werden. Besonders gefährdet sind Hohlräume hinter Wandverkleidungen und unter dem Estrich, wo die Feuchtigkeit nicht sichtbar ist. Deshalb ist eine professionelle Trocknung so wichtig – sie erreicht auch versteckte Feuchtigkeit.

Muss der Vermieter nach einem Wasserschaden die Miete mindern?

Ja, wenn die Wohnung durch den Wasserschaden nur eingeschränkt nutzbar ist, haben Mieter Anspruch auf Mietminderung. Die Höhe richtet sich nach dem Grad der Beeinträchtigung – bei Trocknungsgeräten im Schlafzimmer sind 80 % Minderung möglich, bei Trocknungsgeräten im Flur etwa 10–30 %. Informieren Sie den Vermieter schriftlich über die Mietminderung.

Kann ich den Wasserschaden selbst reparieren?

Kleine Schäden (z.B. undichte Siphon-Dichtung, tropfender Wasserhahn) können Sie selbst beheben. Bei allem, was in die Wand geht, Estrich betrifft oder größere Flächen umfasst, sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen. Falsche Trocknung führt zu Schimmel und Folgeschäden, die deutlich teurer werden als die Sanierung.

Was kostet ein Leckortungsservice?

Eine professionelle Leckortung kostet zwischen 150 und 400 Euro, je nach Aufwand und Methode. Bei Fußbodenheizungen oder schwer zugänglichen Leitungen kann es teurer werden (bis 600 Euro). Die Kosten werden von der Gebäudeversicherung übernommen, wenn ein Leitungswasserschaden vorliegt.

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