Kleine Schimmelstellen (unter 0,5 m²) können Sie mit Isopropylalkohol (70–80 %) oder Wasserstoffperoxid (3 %) selbst entfernen. Bei größerem Befall ab 0,5 m² sollte ein Fachbetrieb ran – die professionelle Schimmelbeseitigung kostet zwischen 500 und 5.000 Euro, je nach Ausmaß und Ursache. Entscheidend ist: Die Ursache (Feuchtigkeit) muss behoben werden, sonst kommt der Schimmel zurück.
Schimmel in der Wohnung ist nicht nur hässlich, sondern kann ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen – von Atemwegsbeschwerden über Allergien bis hin zu chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise 10–15 % aller Wohnungen von Schimmelbefall betroffen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Schimmel erkennen, selbst entfernen oder wann Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten.
Kleine Schimmelstellen auf glatten Oberflächen (Fliesen, Glas, lackiertes Holz) können Sie selbst behandeln. Das Umweltbundesamt empfiehlt als Grenze eine Fläche von 0,5 m² – alles darüber sollte ein Fachmann übernehmen.
Tragen Sie eine FFP2-Maske, Einweghandschuhe und eine Schutzbrille. Schimmelsporen können beim Reinigen aufgewirbelt werden und Atemwege reizen. Lüften Sie den Raum gut – Fenster auf, Tür zu (damit die Sporen nicht in andere Räume gelangen).
Besprühen Sie die befallene Stelle großzügig mit Isopropylalkohol (70–80 %, Apotheke ca. 5 €) oder Wasserstoffperoxid (3 %). 15 Minuten einwirken lassen, dann mit einem Einwegtuch abwischen. Das Tuch sofort in eine Plastiktüte und in den Restmüll. Bei Fugen: Mit einer alten Zahnbürste schrubben.
Die Stelle nochmals einsprühen und trocknen lassen. Beobachten Sie die Stelle in den nächsten 2–4 Wochen. Kommt der Schimmel zurück, ist die Feuchtigkeitsursache nicht behoben – dann muss ein Profi ran.
Nie mit Essig reinigen! Entgegen dem Haushaltstipp funktioniert Essig bei Schimmel auf Kalk- und Betonwänden nicht – er schafft sogar Nährboden für neuen Schimmelwuchs. Verwenden Sie ausschließlich Alkohol oder Wasserstoffperoxid auf mineralischen Untergründen.
Beauftragen Sie einen Schimmel-Fachbetrieb, wenn:
| Leistung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Schimmelgutachten / Bestandsaufnahme | 200–500 € |
| Laboranalyse (Schimmelart bestimmen) | 100–300 € |
| Kleine Sanierung (unter 1 m²) | 500–1.500 € |
| Mittlere Sanierung (1–5 m²) | 1.500–3.500 € |
| Große Sanierung (über 5 m²) | 3.000–5.000+ € |
| Tapete/Putz erneuern (nach Sanierung) | 500–2.000 € |
| Ursachenbeseitigung (z.B. Dämmung) | 2.000–10.000+ € |
Wichtig: Die reine Schimmelentfernung bringt nichts, wenn die Ursache nicht behoben wird. Feuchtigkeit durch Baumängel, defekte Rohre oder mangelnde Dämmung muss parallel beseitigt werden. Ein seriöser Fachbetrieb sucht immer zuerst die Ursache, bevor er saniert.
Die häufigste Ursache: Warme Raumluft enthält viel Feuchtigkeit. Trifft sie auf kalte Wände (besonders Außenwände und Fensterlaibungen), kondensiert das Wasser – Schimmel entsteht. Lösung: 3–4 Mal täglich Stoßlüften (5–10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster), gleichmäßig heizen (auch ungenutzte Räume auf mindestens 16 °C), Möbel nicht direkt an Außenwände stellen (5–10 cm Abstand).
Schlecht gedämmte Außenwände, undichte Fenster oder fehlerhafte Bauanschlüsse bilden Kältebrücken, an denen Feuchtigkeit kondensiert. Typische Stellen: Fensterlaibungen, Ecken von Außenwänden, Rollladenkästen. Lösung: Dämmung verbessern, Fenster erneuern.
Rohrbrüche, undichte Fugen oder Wasserschäden aus der Nachbarwohnung sind häufige Auslöser. Schimmel tritt dann oft erst Wochen nach dem Wasserschaden auf, wenn die Feuchtigkeit in Wänden und Böden nicht ausreichend getrocknet wurde.
Vor allem in Altbauten: Fehlende oder defekte Horizontalsperren lassen Bodenfeuchtigkeit in die Wände aufsteigen. Erkennbar an Salzausblühungen und Schimmel im Sockelbereich. Sanierung ist aufwendig, aber langfristig notwendig.
Duschen, Kochen, Wäsche trocknen – alles produziert Feuchtigkeit. In einer 3-Personen-Wohnung entstehen täglich 6–12 Liter Wasserdampf. Ohne ausreichende Lüftung steigt die Luftfeuchtigkeit über 60 % – ab 70 % beginnt Schimmel zu wachsen. Ein Hygrometer (10–15 Euro) hilft bei der Kontrolle.
Ist der Schimmel durch Baumängel verursacht (fehlende Dämmung, defekte Rohre), zahlt der Vermieter die Beseitigung und Sanierung. Ist falsches Lüften die Ursache, kann der Vermieter den Mieter in die Pflicht nehmen. In der Praxis ist die Beweislage oft strittig – ein Schimmelgutachten klärt die Ursache objektiv.
Bei Wasserschäden übernimmt oft die Gebäudeversicherung die Kosten. Bei baubedingten Mängeln innerhalb der Gewährleistungsfrist (5 Jahre ab Bauabnahme) haftet der Bauträger. Ansonsten tragen Sie als Eigentümer die Kosten selbst.
Kostenlos Angebote von Schimmel-Fachbetrieben aus Ihrer Region erhalten.
Jetzt Handwerker findenJa. Schimmelsporen können Atemwegsbeschwerden, Allergien, Kopfschmerzen und Müdigkeit auslösen. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Bei großem Befall sollten Sie sofort handeln und einen Arzt aufsuchen, wenn Beschwerden auftreten.
Nein! Schimmel überstreichen löst das Problem nicht – der Pilz wächst unter der Farbe weiter und bricht nach kurzer Zeit erneut durch. Zuerst muss der Schimmel vollständig entfernt und die Ursache behoben werden, dann erst neu streichen.
Ideal sind 40–60 % relative Luftfeuchtigkeit bei 20–22 °C Raumtemperatur. Ab 65 % steigt das Schimmelrisiko, ab 70 % ist Schimmelbildung wahrscheinlich. Ein Hygrometer (10–15 Euro) ist eine lohnende Investition zur Kontrolle.
Anti-Schimmel-Farben enthalten fungizide Wirkstoffe, die neuen Schimmelbefall verzögern können. Sie sind aber kein Ersatz für die Beseitigung der Ursache. Als zusätzliche Maßnahme nach einer Sanierung in gefährdeten Bereichen (Bad, Küche) können sie sinnvoll sein.
Ja, wenn der Schimmel nicht durch Ihr eigenes Fehlverhalten verursacht wurde. Die Mietminderung richtet sich nach dem Ausmaß: Bei Schimmel im Schlafzimmer sind 10–20 % üblich, bei unbewohnbaren Räumen deutlich mehr. Informieren Sie den Vermieter schriftlich und setzen Sie eine Frist zur Beseitigung.
So schnell wie möglich. Schimmel breitet sich bei günstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Wärme) innerhalb weniger Tage aus. Je früher Sie handeln, desto geringer der Sanierungsaufwand und die Kosten. Kleine Stellen können Sie sofort selbst behandeln, bei größerem Befall innerhalb weniger Tage einen Fachbetrieb beauftragen.
Schränke an Außenwänden sollten grundsätzlich 5–10 cm Abstand zur Wand haben, damit die Luft zirkulieren kann. Wenn Sie Schimmel hinter dem Schrank entdecken: Schrank wegrücken, Schimmel behandeln, Wand trocknen lassen und den Schrank mit Abstand wieder aufstellen. Bei größerem Befall einen Fachbetrieb beauftragen.