Wenn die Heizung nicht warm wird, liegt es meist an Luft im System (Heizkörper entlüften), einem klemmenden Thermostatventil oder zu niedrigem Wasserdruck. Diese drei Probleme können Sie selbst in wenigen Minuten beheben. Wird die Heizung danach immer noch nicht warm, muss ein Heizungsbauer ran – eine Reparatur kostet je nach Ursache zwischen 80 und 500 Euro.
Kalte Heizkörper bei frostigen Temperaturen sind nicht nur unangenehm, sondern können auch zu Frostschäden an den Leitungen führen. Zum Glück lassen sich die häufigsten Ursachen schnell eingrenzen – und viele davon können Sie ohne Handwerker beheben. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch die Fehlersuche.
Klingt banal, wird aber oft übersehen: Steht der Thermostat auf der richtigen Stufe? Stufe 3 entspricht ca. 20 °C Raumtemperatur. Prüfen Sie auch, ob ein programmierter Nachtmodus oder eine Zeitsteuerung aktiv ist, die tagsüber auf Absenkung steht. Bei Raumthermostaten: Ist die Batterie leer? Ein leerer Thermostat sendet kein Signal an die Heizung.
Die häufigste Ursache für kalte Heizkörper ist Luft im System. Wenn der Heizkörper oben kalt und unten warm ist oder gluckernde Geräusche macht, muss er entlüftet werden. Dafür brauchen Sie einen Entlüftungsschlüssel (2–3 Euro im Baumarkt) und ein Gefäß. Ventil am Heizkörper oben öffnen, warten bis Wasser kommt, Ventil schließen. Fertig – dauert 2 Minuten pro Heizkörper.
Schauen Sie auf das Manometer an Ihrer Heizungsanlage (meist im Keller). Der Druck sollte zwischen 1,0 und 2,0 bar liegen (im grünen Bereich). Fällt der Druck unter 1,0 bar, fehlt Wasser im System und die oberen Heizkörper werden nicht mehr warm. Wasser nachfüllen ist über den Füllhahn möglich – im Zweifelsfall aber den Heizungsbauer fragen, um Schäden zu vermeiden.
Das häufigste Problem, besonders zu Beginn der Heizsaison. Luft sammelt sich im oberen Teil des Heizkörpers und verhindert, dass heißes Wasser durchfließen kann. Symptom: Heizkörper oben kalt, unten warm. Lösung: Entlüften (siehe Check 2). Tipp: Nach dem Entlüften aller Heizkörper den Wasserdruck am Manometer prüfen und ggf. Wasser nachfüllen.
Nach der Sommerpause kann der Ventilstift im Thermostat festsitzen, weil er monatelang nicht bewegt wurde. Symptom: Heizkörper bleibt kalt, obwohl der Thermostat aufgedreht ist. Lösung: Thermostat-Kopf abschrauben (dreht sich ab oder hat eine Klemmschraube), den darunter liegenden Stift mehrfach vorsichtig drücken und loslassen, bis er sich wieder frei bewegt. Dann Thermostat-Kopf wieder aufschrauben.
Wenn das Manometer unter 1,0 bar zeigt, reicht der Druck nicht, um alle Heizkörper zu versorgen. Besonders die oberen Stockwerke bleiben dann kalt. Ursachen: Wasser wurde beim Entlüften abgelassen, kleine Undichtigkeiten im System oder ein defektes Ausdehnungsgefäß.
Die Umwälzpumpe transportiert das warme Wasser durch die Leitungen. Ist sie defekt oder auf zu niedriger Stufe eingestellt, erreicht das Wasser die Heizkörper nicht. Symptom: Alle Heizkörper bleiben kalt, obwohl der Brenner läuft. Lösung: Nur durch den Heizungsbauer – Pumpe prüfen und ggf. austauschen (150–400 Euro inkl. Einbau).
Werden manche Heizkörper heiß und andere bleiben lauwarm? Dann fehlt vermutlich ein hydraulischer Abgleich. Dabei werden die Ventile so eingestellt, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Warmwasser versorgt werden. Kosten: 300–800 Euro für ein Einfamilienhaus. Spart langfristig Heizkosten und wird oft durch die KfW gefördert.
Moderne Heizungsanlagen zeigen Störungen durch einen Fehlercode oder eine rote Kontrollleuchte an. Prüfen Sie das Display an Ihrem Heizkessel. Häufige Ursachen: kein Brennstoff (Gastank leer?), Zündelektrode verschmutzt, Abgassensor defekt. In manchen Fällen reicht ein Reset (Störung-Taste drücken), ansonsten muss der Heizungsbauer kommen.
Wenn die Vorlauftemperatur zu niedrig eingestellt ist, werden die Heizkörper zwar warm, aber nicht heiß genug. Besonders bei Altbauten mit großen Heizkörpern kann eine zu flache Heizkurve das Problem sein. Die Einstellung sollte ein Fachmann vornehmen.
Beauftragen Sie einen Heizungsfachbetrieb, wenn:
| Reparatur | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Heizung entlüften (durch Fachmann) | 80–120 € |
| Thermostatventil tauschen | 50–120 € pro Stück |
| Wasser nachfüllen + System prüfen | 80–150 € |
| Umwälzpumpe tauschen | 250–500 € |
| Hydraulischer Abgleich | 300–800 € |
| Ausdehnungsgefäß tauschen | 200–400 € |
| Brenner-Reparatur | 150–600 € |
| Heizungs-Notdienst (Nacht/Wochenende) | 150–350 € |
Mieter-Tipp: Als Mieter sind Heizungsreparaturen Sache des Vermieters. Informieren Sie ihn sofort über den Ausfall. Bei Temperaturen unter 18 °C in der Wohnung können Sie eine Mietminderung geltend machen. Im Winter hat der Vermieter die Pflicht, den Heizungsausfall schnellstmöglich zu beheben.
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Jetzt Handwerker findenGluckern bedeutet fast immer: Luft im Heizkörper. Entlüften Sie den betroffenen Heizkörper mit einem Entlüftungsschlüssel. Tritt das Gluckern an vielen Heizkörpern gleichzeitig auf, sollte die gesamte Anlage entlüftet und der Wasserdruck geprüft werden.
Nein, ein Heizkörper sollte gleichmäßig warm werden. Wird er nur oben warm und unten bleibt er kalt, stimmt etwas nicht – meist Luft im System. Wird er hingegen nur unten warm, könnte der Vor- und Rücklauf vertauscht sein – ein Installateur muss das prüfen.
Eine moderne Hocheffizienzpumpe kostet 150–300 Euro (Material) plus 100–200 Euro Einbau. Die Investition lohnt sich: Alte Pumpen verbrauchen bis zu 500 kWh Strom pro Jahr, neue unter 100 kWh. Die Ersparnis beträgt ca. 100 Euro pro Jahr an Stromkosten.
Einmal jährlich, idealerweise vor der Heizsaison (September/Oktober). Eine Wartung kostet 80–150 Euro und umfasst die Reinigung des Brenners, Abgasmessung, Prüfung aller Sicherheitseinrichtungen und Entlüftung. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer der Heizung um Jahre.
Nein. Der Vermieter muss während der Heizperiode (1. Oktober bis 30. April) sicherstellen, dass tagsüber mindestens 20 °C und nachts mindestens 18 °C in der Wohnung erreicht werden können. Eine komplette Nachtabschaltung ist nicht zulässig, eine Absenkung auf 18 °C schon.
Dauerhafter Druckverlust deutet auf ein Leck im System hin – undichte Ventile, korrodierte Leitungen oder ein defektes Ausdehnungsgefäß. Ein Heizungsbauer kann mit einer Druckprüfung die Ursache finden. Kosten für die Lecksuche: 100–250 Euro.
Die Stufen entsprechen ungefähr: Stufe 1 = ca. 12 °C, Stufe 2 = ca. 16 °C, Stufe 3 = ca. 20 °C, Stufe 4 = ca. 24 °C, Stufe 5 = ca. 28 °C. Das Sternchen (*) ist die Frostschutzstellung bei ca. 6 °C – damit verhindern Sie im Winter das Einfrieren der Leitungen.